TIERSCHUTZARBEIT EINMAL AUS MEINER GANZ PERSÖNLICHEN SICHT.

Warum so viele Tierschutzvereine scheitern?

Das dumme und anstrengende an der Arbeit für Tiere ist die Tatsache, dass es eigentlich die Arbeit mit Menschen ist, die diese Arbeit erst ermöglicht.

Menschen sind schwierig. Menschen die Tiere verstehen und lieben, sind nicht unbedingt die größten Menschenfreunde. Menschen, die im Tierschutz aktiv sind, haben meist alle ihre eigene, nicht immer leichte Geschichte, die sie erst an dieses Thema herangeführt hat. Da schließe ich mich nicht aus . Aber wir alle müssen zwingend zusammenarbeiten, wenn es funktionieren soll und es wirklich ernst meinen.

Natürlich kann man auch privat, für sich allein viel bewegen. Doch wer sich privat im Tierschutz engagiert kommt irgendwann an Grenzen. Privatpersonen können nur ein gewisses Pensum schaffen, Privatpersonen können keine Spendenquittungen ausstellen, Privatpersonen verfügen allein meist nicht über die dringend benötigten Mittel, um umfassend und effektiv zu helfen. Taucht man erst einmal in die Szene ein und ist nicht aus Stein, dann möchte man umfangreicher helfen, das ist sicher! Auf unseren Seiten und Social Media auftritten über Tierschutz zu schreiben macht mir Freude. Es ist das, was ich eigentlich immer wollte. Aber effektive Hilfe benötigt Strukturen und Gemeinschaft.

Also tat ich das, was ich eigentlich nie wollte, ich gründete einen Verein. Das ist nun drei Jahre her. Ich bin zwar überglücklich über das Erreichte, aber verfluche mich dafür, daß ich diese Idee gegen jedes Bauchgefühl trotzdem verwirklichte. Denn der Preis dafür ist die persönliche die Freiheit. Vereinsarbeit ist völlig anders, Vereinsarbeit ist zeitaufwendiger als allein zu arbeiten und Vereinsarbeit bedeutet persönlichen Verzicht. Verzicht auf Freizeit, soziale Kontakte zu Freuden und Verwandten Verzicht auf jede Art der Selbstbestimmung.

Viele Freunde unseres Vereines wissen gar nicht, wer wirklich hinter den meisten unserer Aktivitäten steckt, welche enormen Strukturen aufgebaut werden mussten, welche Kontakte und Vernetzungen dafür nötig waren und selbst enge Mitstreiter ahnen nur, was es bedeutet, jeden Tag, 365 Tage im Jahr, ein Rad zu drehen, das jeden Tag größer wird um die immer größer werdenden Erwartungen erfüllen zu können.

Kaum jemand kann sich vorstellen, was es wirklich bedeutet, einen Verein (eine Gemeinschaft) zu führen, der Hoffnung schenkt und wo Lebewesen auf Gedeih und Verderb zum Überleben auf das Funktionieren dieser Gemeinschaft angewiesen sind (die hungrigen und kranken Tiere). Eine Gemeinschaft deren Mitarbeiter nicht entlohnt werden können, die einzig zur Arbeit erscheinen oder spenden, weil sie Lust dazu haben, die jeden Tag ausfallen oder hinwerfen könnten, was auch regelmäßig geschieht, die manchmal auch unfähig sind oder unfair und deren Bindung an den Verein jeden Tag aufs Neue erbettelt, ermutigt, erkämpft oder beworben werden muss. Das tut der Chef.

Der „Chef“ in diesem Fall bin ich. Ein Chef, der ohne Bezahlung und Dankeschön rund um die Uhr (und damit meine ich wirklich, rund um die Uhr!) zur Verfügung steht und alles einbringt, was er irgend kann und hat. Der über rechtliche und steuerliche Vorgaben wachen muss, Kontakt hält zu Spendern, Partnervereinen, Aktiven, Adoptanten, Pflegestellen, Medien, Behörden, Sponsoren, Mitstreitern, der alle Genannten in Balance und bei Laune halten muss, der die Veröffentlichungen einholt, übersetzt, erstellt, bearbeitet, teilt, kommentiert, erwidert oder verbessert, Ausfälle ersetzt und dazu noch 1000 andere Dinge im Vorbeigehen erledigt. Dinge die vom Kisten schleppen bis zu anspruchsvollen Verhandlungen mit inn- und ausländischen Behörden so ziemlich alles beinhalten.

Ein Chef, der ganz gleich, wie es ihm selbst gerade geht, dabei stets positiv, freundlich, höflich und ausgleichend, gleichzeitig aber zielgerichtet und energisch auftritt, oder das zumindest versucht,…. denn jeder Fehler kostet entweder Geld, den Ruf, wichtige Verbündete oder noch schlimmer …Tierleben. Ich habe panische Angst vor Fehlern. Denn Immer werden dann die darunter leiden, die sich auf mich verlassen und deren einzige Chance es ist das ich funktioniere.

Am schlimmsten sind die schlaflosen Nächte in denen man Angst verspürt das man versagt, das sich Spender und Sponsoren abwenden und damit das Todesurteil für die auf Hilfe hoffenden Seelen zu verantworten hat.

Kein Geld – kein Futter, kein Geld – keine medizinische Behandlung, keine Texte und Veröffentlichungen- keine Adoptionen und Spender und damit die Möglichkeit, auf die täglichen Hilferufe einzugehen, die jeden Morgen in der Post sind. Sie kommen von Tieren und Menschen, die mir sehr am Herzen liegen. Wie ich auf diese Hilferufe reagiere, entscheidet nicht selten über Leben oder Tod.

Also liefere ich das Gewünschte. Meist macht es mir großen Spaß, denn jedes Mal, wenn sich der Ausdruck im Gesicht eines Tieres nach der Rettung von blankem Elend in satte Zufriedenheit verwandelt, geht mir das Herz auf und diese Freude nutzt sich nie ab.

Viele Kontakte, die verbunden mit diesen Tätigkeiten in mein Leben hereinbrachen, hatte ich mir nie gewünscht. Niemand wünscht sie sich! (Hundefänger, Tierquäler, Betreiber der Tötungsstationen…. U.v.m. Auch diesen Kreaturen muss ich mit einem freundschaftlichen Lächeln entgegentreten. Denn gespielte Freundlichkeit gegenüber diesen Menschen bedeutet LEBEN. Konfrontationen bedeuten TOD. Also lacht man mit Menschen mit denen man nicht lachen möchte, schüttelt Hände, die man nicht schütteln will und führt Gespräche die einem Übelkeit und Erbrechen verursachen.

Ich bedanke mich eigentlich den ganzen Tag. Pausenlos. Bei den Mitarbeitern, weil sie beitragen, bei den Spendern, weil sie spenden, bei den Rettern, weil sie retten und bei den Adoptanten, weil sie adoptieren. Mein eigener Part fällt meist in die Rubrik „Selbstverständlich“.

Jeder, der seinen Teil dazu beiträgt, hat diesen Dank auch verdient und er kommt ehrlich und von Herzen. Manchmal staune ich nur noch, wie hingebungsvoll einige unserer Mitstreiter Zeit, Geld und Energie für die Sache investieren, bin fast beschämt über die Großzügigkeit unserer Spender, mit dem Wissen wem es leichter oder schwerer fällt. So viele verzichten auf Dinge, nur um bei uns helfen zu können und trotzdem muss ich jeden Tag aufs Neue bitten, mehr von allem zu erhalten, mehr Einsatz, mehr Geld, denn das Rad wird ständig größer und es muss laufen.

Viele wissen nicht, dass fast alle von uns dies neben einem Fulltimejob bewältigen. Ein Job, der zum Glück oft die Zeit lässt, nebenbei schnell etwas zu bearbeiten. Was nicht erledigt werden kann, wird in die Nachtstunden gepackt. Meine Nächte sind kurz geworden. Trotzdem gibt es immer wieder Beschwerden, wenn sich etwas verzögert, wenn Fehler passieren oder nicht angemessen reagiert wird. Ich bin keine Maschine, manchmal zu emotional, manchmal nicht genügend informiert, manchmal einfach … Ich.

Es gab keine Anfeindung, keine üble Nachrede, keinen Vorwurf, keine Häme, die nicht bereits über mich ausgeschüttet wurde, weil ich tue, was ich tue und wie ich es tue. Anstatt mich in schädliche Diskussionen verwickeln zu lassen, anstatt diese Menschen samt ihren Unverschämtheiten und Lügen öffentlich in der Luft zu zerreißen, was zugegebenermaßen manchmal sehr reizt, (und wozu ich rhetorisch und auch von meinem Temperament her durchaus in der Lage wäre) , stelle ich eigene Befindlichkeiten grundsätzlich zurück, atme tief durch und denke an die, die jetzt von meiner Geduld abhängig sind. Es geht um die Tiere. Alles, was gut für den Verein ist, ist gut für sie. Leider ist es längst nicht immer gut für mich. Jeder, der bei uns mitwirkt, tut es für die Tiere, nicht für mich. Manchmal habe ich den Eindruck, das wird verwechselt.

Delegieren ist eine tolle Sache. Wer sich etwas im Vereinsrecht auskennt weiß, dass letztlich immer der Vorstand haftet. Jeder andere im Verein kann bei jedem Fehler sagen…ooops, sorry…mir reicht es jetzt, …und weg ist er. Nicht, dass das nicht bereits passiert wäre. Umfangreiche Hilfe benötigt feste Strukturen. Wir haben tolle Leute, wir haben die Besten, trotzdem lässt sich ein Teil der Arbeit und die Verantwortung nicht delegieren. Man haftet nicht nur finanziell und rechtlich, man hat auch seinen Namen für diese Sache gegeben und vieles, was funktioniert, funktioniert deshalb, weil die Menschen wissen, sie können mir vertrauen, sie wissen, ihre Spenden werden umsichtig eingesetzt und ihre Arbeit wird sehr wertgeschätzt. Auch wenn man es nicht immer wieder äußert. Auch wenn es harte Diskussionen gibt und der Tonfall manchmal sehr emotional geladen ist.

Mittlerweile glaube ich zu wissen, warum viele Tierschutzvereine scheitern. Fast alle hängen auf Gedeih und Verderb an wenigen Verantwortlichen, sie alle kennen das hier Beschriebene und je nachdem wie leidensfähig oder hartnäckig diese sind, trennt sich bald die Spreu vom Weizen. Wobei in diesem Fall die „Spreu“, nämlich alle Kämpfer an der Front, die aufgeben und hinschmeißen, mein vollstes Verständnis haben.

Nach 3 Jahren harter Arbeit sind wir nun an dem Punkt „richtig durchzustarten“, alle großen Ziele sind in Reichweite. Damit geht der Marathon jetzt erst richtig los, denn wir haben uns erst warmgelaufen. Mein erstes Ziel habe ich erreicht. Vor 3 Jahren hatten wir nichts, kein Geld, keine Unterstützer, keine Strukturen und Netzwerke, keine Ahnung! Heute tritt ein solider Verein an, mit tollen Unterstützern, gutem know-how und einem ausgezeichneten Ruf. Wir haben bereits so viel Leid gelindert oder ganz verhindert und Chancen geschenkt. Ich sollte glücklich sein, und stolz!

Aber ich bin auch müde, einfach nur unendlich müde und habe Sehnsucht nach der Zeit, als auch ich sagen konnte, „es reicht …. ich schmeiße jetzt hin“ …wenn mir etwas nicht gefallen hat, wenn jemand unverschämt war oder sich meine Interessen und Schwerpunkte änderten. Dass ich mir wieder selbst aussuchen könnte, mit wem ich Umgang pflege und welches Maß an Unverschämtheiten zu ertragen ich bereit bin. Stattdessen lebt man im Tierschutz neben den Erfolgen in ständiger Verzweiflung. wenn ich einmal zu oft vergeblich auf Solidarität von Team-Mitgliedern oder ein persönliches Wort der Anerkennung von Partnern gewartet habe, wenn unverantwortliche Menschen das ihnen anvertraute Leben nicht genügend wertschätzen, wenn Rettungsaktionen nicht gelingen oder man für manche Seelen zu spät kommt. All diese Dinge lassen einen am Sinn der Tätigkeit oft zweifeln, und doch sagt das Herz das man nicht aufhören kann zu kämpfen. Zu kämpfen gegen alle Widrigkeiten, zu kämpfen gegen Behördenwillkür und zu kämpfen für jedes einzelne Leben.

Oftmals denke ich, ich kann nicht mehr. Aber wie soll man seine eigenen Bedürfnisse erfüllen, ohne egoistisch zu sein und dabei viel Schaden anzurichten. Denn es würde zur Folge haben, Hilfsbedürftige im Stich zu lassen. Das macht mir immer wieder Kopfzerbrechen und Angst, denn niemand möchte so auf Dauer leben. Auch ich nicht!

Ich glaube, so mancher Tierschutzverein besteht nur deshalb noch, weil jemand ein freundliches Wort zur rechten Zeit sagte, weil in den Communities immer wieder wunderbare Menschen beweisen, dass es auch anders geht und weil all die großen und kleinen Wunder, die möglich sind, wenn man gemeinsam an einem Strang zieht, uns alle immer wieder beflügeln, trotzdem weiter zu machen.

Ich weiß sehr wohl, dass ich mich selber für diesen Weg entschieden habe, dass niemand mich gezwungen hat all diese Dinge zu ertragen. Und doch wird man oftmals von Hoffnungslosigkeit und Tränen übermannt. Von Verzweiflung nicht genug zu bewirken wohl sehend, dass sich trotz allem Einsatz nichts an der Situation und dem Leid der Tiere ändert. Das die für das Leid verantwortlichen Menschen nichts verstehen und ändern wollen. Aber darf das dazu führen aufzugeben?

Ich denke …. Nein ….. Denn all die hoffnungslosen Wesen brauchen Menschen wie uns.



Todeszelle oder Zuflucht? 

Mehr als tausend Hunde wurden in zwei Jahren in einer als Tierheim  getarnten Tötungsstation in Salgótarján getötet. Und die EU fördert derartige Stationen, anstatt den Tierschützern unter die Arme zu greifen !!! 

Das ist allerdings kein Einzelfall, denn in Ungarn gibt es überall derartige Stationen. Und gerade derzeit  wurden und werden neue Tötungen gebaut. 

Reportage eines ungarischen Reporters in Zusammenarbeit mit Fido und Newlife4Dogs

Aus Aktuellem Anlass, können Sie hier ersehen warum wir eine Private Auffangstation errichten wollen. 

https://atlatszo.hu/2018/08/13/halalsor-vagy-menhely-ket-ev-alatt-tobb-mint-ezer-kutyat-altattak-el-a-salgotarjani-lassie-allatmenhelyen/

Hier die Version mit deutschen Untertiteln:

 https://www.youtube.com/watch?v=TbLH5J8tpiY&feature=youtu.be

 


Nur gemeinsam sind wir stark.....

Getreu unserem Motto haben wir nun diese neue Facebookgruppe erstellt. Hier werden wir künftig Hunde und Informationen unserer Kooperationspartner und Partner posten. Denn Tierschützer sollten eine große und somit starke Familie sein. Nur gemeinsam können wir das Leid der Hunde wirklich effektiv bekämpfen. Wieso wir Menschen nicht wenigstens das lernen, und uns von den Hunden abschauen soll wohl ein ewiges Rätsel bleiben.

In größter Not stehen diese Hunde immer noch zusammen und leben in Rudeln, wo der eine den Anderen akzeptiert.

Ein gemeinsames Ziel zu verfolgen bedeutet nicht neue Freundschaften zu schließen, jedoch die Kräfte zu bündeln um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen.

Daher möchten wir in dieser Gruppe die Möglichkeit schaffen die Hunde vorzustellen, die unser aller Hilfe dringend benötigen, jedoch wegen der völlig überfüllten Auffangstationen und Pflegestellen dringend eine Lösung und Hilfe benötigen

Wir würden uns freuen wenn ihr so viele Freunde und Bekannte wie möglich auf diese Gruppe aufmerksam macht , damit wir dem Ziel noch mehr Hunden helfen zu können schnell näher kommen .